Alle Fragen

Bitte wählen Sie eine Kategorie

Fragen durchsuchen
Alle Fragen ansehen

 

Hier finden Sie häufig gestellte Fragen zum Wissenschaftsforum Aviäre Influenza (WAI)

 

 

 

Beim WAI handelt es sich um ein politisch wie auch wirtschaftlich unabhängiges Forum, welches sich um Aufklärung der epidemiologischen Situation der Geflügelpest auf wissenschaftlicher Basis bemüht. Es wurde gegründet, weil die zuständige Fachbehörde mit ihren Desinformationen sowohl Öffentlichkeit als auch Politik falsch berät und nicht der tatsächlichen Situation angemessen mit der Seuche umgeht. Zu nennen sind Fehlentwicklungen wie Stallpflicht, Zurückdrängung der Freiland-Geflügelhaltung, Abschuss von Wildvögeln, fehlende epidemiologische Untersuchungen usw., in deren Folge nach wie vor keine gesicherten Erkenntnisse über die tatsächlichen Reservoire und Vektoren der Seuche existieren. Ziel des WAI ist es, diesen Mißständen durch fundierte Kritik so wie durch Bereitstellung von frei zugänglichen Informationen entgegenzuwirken.

 

 

 

Hier finden sie eine Liste von seitens des Friedrich-Löffler Instituts (FLI) getägtigten Aussagen, so wie die jeweils dazugehörige Stellungnahme des WAI

 

 

Es gibt Wissenschaftler, vor allem Virologen, die diese Hypothese seit Jahren vertreten. Ornithologen weisen ebenso lange auf Fehler in dieser unbewiesenen Hypothese hin. Sie ist also durchaus umstritten. Es widerspricht wissenschaftlicher Ethik, abweichende, wohlbegründete Ansichten zu ignorieren.

 

 

 

Richtig, aber die entscheidenden Fragen sind, ob die Viren über längere Zeit unter Wildvögeln (v.a. Wasservögeln wie Enten, Schwäne oder Gänse) zirkulieren können. Die Wildvögel also ein dauerhaftes Reservoir für die Viren darstellen, und ob die Viren regelmäßig von Wildvögeln auf Geflügel oder Zootiere übertragen werden. Das vermutete Virenreservoir in Wildvogelpopulationen ist in verschiedenen großen Forschungsprojekten gesucht worden, u.a. im Projekt "Constanze" am Bodensee, oder durch langjährige Virensuche in sibirischen Gewässern und Wasservögeln, aber auch durch fast weltweites Monitoring von Wasservogelbeständen. Die Hypothese, dass die Viren in den Wasservogelbeständen dauerhaft vorhanden sind, konnte in keinem Fall bestätigt werden. Aus wissenschaftlicher Sicht muß dieser Teil der Hypothese daher als widerlegt gelten.

 

 

 

Natürlich ist dies vorstellbar. Wildvögel können sich infizieren, weil die Geflügelbestände gegen einen Eintrag von Viren besser geschützt sind als gegen einen Austrag. Vor allem unentdeckte Ausbrüche können hier eine wichtige Rolle spielen. Tatsache ist, dass es bisher keinen Fall gegeben hat, in dem eine Einschleppung durch Wildvögel konkret belegt wurde. Nachdem es inzwischen weltweit Tausende von Ausbrüchen von Geflügelpest in Stallhaltungen gegeben hat, hätte doch irgendwann einmal ein kranker Wildvogel in der Stallhaltung oder der Umgebung gefunden werden müssen. Ein solcher Fall ist aber nicht bekannt. Wenn infizierte Wildvögel in der Nähe entdeckt wurden (nach den Ausbrüchen, versteht sich), dann waren es immer Aasfresser wie Elstern oder Krähen, die Zugang zu verendetem Geflügel hatten. Auch für Freilandgeflügel wurde inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen (im Projekt Constanze), dass die Einschleppungsgefahr extrem gering ist.

 

 

 

 

Wenn ein Ausbruch in einem Geflügelbestand entdeckt wird ist es nur selten möglich, den genauen Zeitpunkt des Vireneintrags zu bestimmen. Um die Öffentlichkeit zu beruhigen wird im Zweifelsfall gerne suggeriert, dass die Ausbrüche rasch entdeckt und eingedämmt werden. Es gibt aber mehrere Beispiele, in denen die Viren wochen- und monatelang unbemerkt in Geflügelfarmen zirkulieren konnten. In Bayern konnte 2008 anhand von Rückstellproben, die in Schlachthöfen monatelang aufbewahrt werden, die Existenz von Viren in einem Geflügelbestand nachgewiesen werden, in dem bis dahin keinerlei Verdacht bestanden hatte. Die Viren konnten dort nach wiederholter Kontrolle tatsächlich entdeckt werden. Im aktuellen Fall in England (Enten-Stallhaltung) wird zwar von den Behörden eine längerdauernde Zirkulation für "unwahrscheinlich" erklärt, sie kann aber auch ausdrücklich nicht ausgeschlossen werden.

 

 

 

Hier finden Sie Fragen und Antworten zu möglichen Ausbreitungswegen von H5N8, wie sie sich aus Sicht des WAI darstellen.

 

 

 

(Frage gestellt zur WAI-Pressemitteilung "Kennzeichen Cloppenburg: Kam das Virus mit dem LKW?" vom 17.12.2014)

Bereits jedem erfahrenen Geländefahrzeug-Fahrer ist bekannt, dass nach einer intensiven Reinigung des Fahrzeugs mit einem Hochdruckreiniger – sicherlich nach einer Fahrt durch Lehm – noch kiloweise Lehm/Erde aus den vielen Ecken und Lücken zu beseitigen ist, die günstigstenfalls nur oberflächlich benetzt wurde. Die Möglichkeit einer vollständigen Desinfektion solcher Erdklumpen erscheint äußerst fraglich. Während anschließender Fahrten können sich solche Erdklumpen nach und nach lösen. Die gründliche Reinigung eines LKW (-Chassis) dürfte auf Grund der komlexen technischen Struktur (Winkel, Träger, Hohlprofile, offen verlegte Kabelstränge im sinne einer Vielzahl von "Versteckmöglichkeiten") mit wesentlich größerem Aufwand verbunden sein, als dies bei einem PKW der Fall ist.

Darüber hinaus verfügen LKW über ein sog. Druckluftbremssystem,  welches bei einem Bremsvorgang zusammengepresste Luft aus einem Druckluftbehälter in die Umgebung freisetzt. Bevor ein LKW nach einer Fahrpause (z.B. Ladevorgang während der Keulung) seine Feststellbremse lösen und erneut anfahren kann, saugt das Bremssystem über einen Kompressor Luft an, damit der für das Bremsen benötigte Druck erneut aufgebaut wird. Kleine Undichtigkeiten im System sorgen dafür, dass der Druck im Druckluftbehälter während Standzeiten immer rückläufig ist. Eine Desinfektion der Luft in solchen Druckbehältern scheint fraglich. Die meisten landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge bzw. Traktoren, so wie diese auch bei einer Keulung eingesetzt werden, verfügen über solche Druckluftbremssysteme.


Des Weiteren ist festzustellen, dass solche aufwendige Sicherungs- und Desinfektionsmaßnahmen nur in Katastrophenfällen eingesetzt werden, somit also stets dann, wenn das sprichwörtliche Kind bereits im Brunnen liegt. Im normalen Tagesgeschäft der industriellen Geflügelhaltung sind Fahrzeuge, die von Betrieb zu Betrieb fahren (z.B. Abdecker, Futtermittel-, und Medikamentenanlieferung) und zwischendurch nicht desinfiziert werden, geradezu prädestiniert dazu, etwa Fällen (noch) unerkannten Ausbruchsgeschehens, einen potenziell maßgeblichen Faktor bei der Verbreitung aviärer Influenzaviren zu bilden.